Installationen

Bitte nicht berühren
Installation, ca. 1,70 m x 1,70 m
2013

Auf einem alten Schemel, der erhöht auf einem verschleierten Podest steht, liegt ein grün-gold glänzendes Kissen, auf dem kleine, rote Schuhe platziert sind. Im Hintergrund hängt ein verschnörkelter Spiegel.
Alles ist in weiß gehalten, bis auf Kissen und Schuhe.

Der erste Eindruck ist irritierend.
Die Installation hat etwas Märchenhaftes. Der Aufbau soll suggerieren, dass es erstrebenswert ist, diese Schuhe zu besitzen.
Man könnte an die Brüder Grimm denken. In „ Aschenputtel“ war die Schönste und Liebste die den Prinzen bekam, die mit den kleinsten Füßen.
(Auch heute noch sind kleine Füße bei jungen Frauen ein Schönheitsideal. Als Frau mit großen Füßen schöne Schuhe zu finden, ist schwierig. Bei den Kleidergrößen ist es in Deutschland nicht anders. Wir haben heute Größen, z.B. XXS, die es vor 40 Jahren noch nicht gab. )

Auf den zweiten Blick erschließt sich die Realität.
Der Podest erhöht.
Der Schleier erinnert an Hochzeit.
Der alte Schemel, ein Symbol für einfache Verhältnisse.
Das Kissen symbolisiert durch seine Beschaffenheit Wohlstand.
Die Schuhe, ca. 12 cm groß: Den Mädchen, die solche Schuhe trugen , verstümmelte man die Füße, damit sie dem gängigen Schönheitsideal entsprachen. So hatten sie bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt.
Die unglaublich kleinen Lotusschuhe machen sprachlos.
Schaut man in den Spiegel sieht man je nach Blickwinkel entweder sich selbst, stellvertretend für die Gesellschaft, die mit ihren Erwartungen und Traditionen ihr Umfeld formt.
Oder der Blick fällt auf das Bild „ Strippenzieher“: Menschen die, wie Marionetten an Fäden hängend, tanzen.

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